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schleckermaul666
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 eine idee bekämpft man ...
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schleckermaul666 » blog » fremdegedichte

fremdegedichte

     
16.08.2008 23:45


"Ihr lacht über mich weil ich anders bin - ich
lache über euch weil ihr alle gleich seid." (Kurt
Cobain)
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15.08.2008 20:26

Er kommt schneller als man denkt,
obwohl man am Leben der anderen hängt.
Mit ‘ner großen Sense kommt er an,
der weit gefürchtete Sensenmann.
Er nimmt uns das Liebste auf der Welt,
obwohl man es festhält.
Trauer und Tränen hinterlässt er,
doch er gibt es nicht mehr her.
Im Himmel ist sie nun,
soll sie in Frieden ruh’n.

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08.06.2008 17:41

Ich bin ein Stern

Ich bin ein Stern am Firmament,
der die Welt betrachtet, die Welt verachtet,
und in der eignen Glut verbrennt.

Ich bin das Meer, das nächtens stürmt,
das klagende Meer, das opferschwer
zu alten Sünden neue türmt.

Ich bin von Eurer Welt verbannt
vom Stolz erzogen, vom Stolz belogen,
ich bin ein König ohne Land.

Ich bin die stumme Leidenschaft,
im Haus ohne Herd, im Krieg ohne Schwert,
und krank an meiner eignen Kraft.






Einsamkeit


 


Der Weg ist schwer, der Weg ist weit,


Doch kann ich nicht zurück;


Wer einmal dein ist, Einsamkeit,


Dem bist du Tod und Glück.


 


Die Sehnsucht brennt; von drunten her


Ruft mütterlich die Welt;


Wie ist ihr Ruf von Liebe schwer,


Wie rot von Lust erhellt.


 


Doch wer den ersten Becher trank


Vom Wasser Einsamkeit,


Dem singt kein Vogel mehr zum Dank,


Der geht nicht mehr zu zweit.


 


Hermann Hesse



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06.06.2008 00:14

NACHTS  

Meine Seele ist wie eine Straßenlaterne.  
Wenn es Nacht wird und die Sterne  
aufgehn, beginnt sie zu sein.  
Mit zitterndem Schein  
tastet sie durchs Dunkel,  
verliebt wie die Katzen  
auf nächtlichen Dächern, mit grünem Gefunkel  
in den Augen. Menschen und Spatzen  
schlafen.  
Nur die Schiffe schwanken im Hafen.  

Hebt der Mond sich über den Rand  
von einem Kirchendache,  
ist in meinen Augen  
knisternd ein Streichholz auf geflammt,  
und ich lache.  

Regen rinnt –  
bei mir sind  
nur mein Schatten und der Wind.  
Und meine Hände haben noch den Duft  
von irgendeinem schönen Kind.










Kennst du das auch, daß manches mal
Inmitten einer lauten Lust,
Bei einem Fest, in einem frohen Saal,
Du plötzlich schweigen und hinweggehen mu&zlig;t?

Dann legst du dich aufs Lager ohne Schlaf
Wie Einer, den plötzlich Heimweh traf;
Lust und Gelächter ist verstiebt wie Rauch,
Du weinst, ohne Halt - Kennst du das auch?






VERSUCH ES

Stell dich mitten in den Regen,
glaub an seinen Tropfensegen
spinn dich in das Rauschen ein
und versuche gut zu sein!

Stell dich mitten in den Wind,
glaub an ihn und sei ein Kind –
laß den Strum in dich hinein
und versuche gut zu sein.

Stell dich mitten in das Feuer,
liebe dieses Ungeheuer
in des Herzens rotem Wein –
und versuche gut zu sein!



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05.06.2008 23:41


Wolfgang Borchert (1921-1947)

Liebeslied

Weil nun die Nacht kommt,
bleib ich bei dir.
Was ich dir sein kann,
gebe ich dir!

Frage mich niemals:
woher und wohin -
nimm meine Liebe,
nimm mich ganz hin!

Sei eine Nacht lang
zärtlich zu mir.
Denn eine Nacht nur
bleib ich bei dir.



Wolfgang Borchert (1921-1947)

LEGENDE  

Jeden Abend wartet sie in grauer  
Einsamkeit und sehnt sich nach dem Glück.  
Ach, in ihren Augen nistet Trauer,  
denn er kam nicht mehr zurück.  

Eines Nachts hat wohl der dunkle Wind  
sie verzaubert zur Laterne.  
Die in ihrem Scheine glücklich sind,  
flüstern leis: ich hab dich gerne – – –  


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05.06.2008 23:41


Wolfgang Borchert (1921-1947)

Abschied

Laß mir deinen Rosenmund
noch für einen Kuß.
Draußen weiß ein ferner Hund,
daß ich weiter muß.

Laß mir deinen hellen Schoß
noch für ein Gebet.
Mach mich aller Schmerzen los!
- horch, der Seewind weht.

Laß mir noch dein weiches Haar
schnell für diesen Traum:
Daß dein Lieben Liebe war -
laß mir diesen Traum!

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05.06.2008 23:39


Wolfgang Borchert (1921-1947)

Der Wind und die Rose

Kleine blasse Rose!
Der Wind, von Luv, der lose,
der dich zerwühlte,
als wär dein Blatt
das Kleid von einer Hafenfrau -
er kam so wild und kam so grau!

Vielleicht auch fühlte
er sich für Sekunden matt
und wollt in deinen dunklen Falten
den Atem sanft verhalten.
Da hat dein Duft ihn so betört,
berauscht,
daß er sich bäumt und bauscht
und dich vor Lust zerstört,
daß er sich noch mit deinem Kusse bläht,
wenn er am bangen Gras vorüberweht.

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03.06.2008 19:36

Christian Wernicke (1661-1725)

Schweigen und Reden

Es hat ein jeder Mensch mehr Fehler zu verstecken,
Als er Geschicklichkeit der Welt hat zu entdecken;
Drum kommt der immer besser an,
Wer schweigen, als wer reden kann.
Denn weil sich jener nur allein von außen zeigt,
So zeiget dieser sich von innen:
Man kann sehr viel bei dem der schweigt
Verlieren; und sehr viel bei dem der spricht, gewinnen.

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03.06.2008 19:19

Im Nebel

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, Im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.


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03.06.2008 19:06

Ada Christen (1839-1901)

Letzter Versuch

Ich habe mich zu erhängen gesucht:
Der Strick ist abgerissen.
Ich bin ins Wasser gesprungen:
Sie erwischten mich bei den Füßen.
Ich habe die Adern geöffnet mir:
Man hat mich noch gerettet.
Ich sprang auch einmal zum Fenster hinaus:
Weich hat der Sand mich gebettet.
Den Teufel! ich habe nun alles versucht,
Woran man sonst kann verderben -
Nun werd' ich wieder zu leben versuchen:
Vielleicht kann ich dann sterben.

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